Donnerstag, 16. Oktober 2008

A Different Mind

Wieder zwei Wochen vorbei, seit ich das letzte Mal etwas geschrieben habe. Es waren aufregende zwei Wochen.
Den letzten Beitrag habe ich am Donnerstag, den 3.10 geschrieben. In der Nacht auf Freitag, den 4., ist mein Opa gestorben. Mein Bruder (wohnt im 1. Stock in Opas Haus) fand ihn im Bett liegend, mit einem grauen Farbstich als Teint. Ungesund. Besser gesagt, tödlich. Also habe ich Freitag Nacht im Haus meines Opas verbracht. Wir haben bis um eins nachts auf den Bruder meiner Mutter gewartet, sodass er noch Abschied nehmen kann.
An dem Abend wollte ich ursprünglich weggehen, davor habe ich noch ein wenig "Findet Nemo" mit meinen Altern angeschaut, bis der Anruf meines Bruders kam. Dann habe ich meine Eltern dahin gefahren. Später, als mir die Warterei dann zu langweilig wurde, habe ich mich in der Wohnung meines Bruder auf die Couch gelegt und mir "Mr. Bean macht Ferien" angeschaut. Um etwa drei Uhr nachts bin ich ins Bett gegangen.
Darauf folgte eine anstrengende Woche mit Gottesdienst, Beerdigung, etc. Das Übliche eben.
Irgendwie ist mir das Ganze nicht sonderlich nahe gegangen. Es war nicht so "OMG, mein Opa ist tot, jetzt weine ich mir die Augen aus dem Kopf und habe schlaflose Nächte". Es war eher: "Opa tot." - "Okay. was wollte ich nochmal machen?". Ich hatte ein gutes Verhältnis zu ihm, er ist früher immer zu meinen Fußballspielen gekommen. Und jetzt ist er eben tot. Es ist irgendwie das gleiche wie mit meiner Oma, die vor einem Jahr gestorben ist. Es ist jetzt halt einfach so, und fertig. Das Härteste an der ganzen Sache war es, wie vor einem Jahr, meinen Vater weinen zu sehen. Ich weiß nicht warum, aber da muss ich doch einmal schlucken. Aber dann hat es sich auch schon. 
Ich weiß nicht, warum ich so reagiere. Aber was mir allgemein schon früher aufgefallen ist, ist, dass ich sehr geringe Probleme habe, Rückschläge zu akzeptieren. Ich heule nicht rum, sondern suche einfach einen Weg darüber. Ich muss es sowieso akzeptieren, also macht es keinen Sinn, deswegen zu grübeln.
Der Ansatz bringt mich zu einem anderen Thema. Frauen. Als Single hat man in der Regel ein schönes Leben. Und das koste ich zur Zeit einfach aus. Ich habe einige Baustellen, und bei jeder lerne ich spielerisch dazu. Es macht Spaß, Neues auszuprobieren. Und meistens funktioniert genau das Absurdeste, das Dreisteste. Hoch lebe die alte "Take it or leave it"-Taktik. Sie bringt Interessantes zu Tage. Man darf sich nur nicht den Kopf verdrehen lassen, sonst schießt man sich selbst ins Bein. Und das gewaltig. Aber sonst: Besser als je zuvor.

Orbis non sufficit.

J.

Kanye West - Love Lockdown

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