Gestern wurde ich auf meinem Roller mit fast 60 km/h von einer Frau in einem Auto niedergefahren.
Ich war in Anzug auf dem Weg von der Arbeit, glücklich über den überstandenen Arbeitstag, auf meinem Roller unterwegs. Auf dem Tacho standen 65 km/h, aber realistisch werden es wohl knapp unter 60 gewesen sein, Tachos gehen immer etwas vor. Plötzlich quert eine Frau in ihrem Auto aus einer Ausfahrt hinter einem LKW kommend vor mir die Fahrbahn. Ich hatte weder eine Chance, ihr auszuweichen, noch großartig zu bremsen. Ich hatte bereits davor beide Hände an den Bremshebeln. So konnte ich sehr schnell reagieren und habe sofort beide Bremsen volle Kanne gezogen, sodass beide Räder blockiert haben, dennoch hats nicht viel gebracht. Die Bremsspur war nicht einmal eineinhalb Meter lang, bevor ich frontal in ihr Auto gekracht bin. Ich wurde um den Lenker gebeugt, sodass ich mit meinem Helm die Frontpartie von meine Roller eingeschlagen habe. Durch die Wucht des Aufpralls hat es meine Beine hochgehoben, aber weil ich richtig gesessen bin und richtig reagiert habe, bin ich nicht über das Auto geflogen und nicht mit den Beinen am Roller hängengeblieben. Dann bin ich allerdings genau mit den Knien auf dem Roller gelandet, was einigermaßen weh getan hat.
Mein erster Gedanke, als ich das Auto gesehen habe und wusste, dass ich gleich einschlagen werde, war: "SHIT!" Ich habe sofort alles angespannt und habe mich verrenkt, dass ich die Wucht des Aufpralls besser verkraften kann. Von dem Moment weg, als mein Vorderrad in ihre Stoßstange eintauchte, ging alles ganz langsam, ich konnte sogar meine Bewegungen noch halbwegs koordinieren. Ich wurde auf einer Distanz von nicht einmal einem halben Meter von nicht ganz 60 auf 0 km/h heruntergebremst. Der Aufprall war so heftig, dass es meinen Oberkörper nach vorne geschoben hat. Dadurch, und weil ich mich so stark am Lenker abgestützt habe und nicht losgelassen habe, bin ich nicht mit der Brust auf den Lenker geknallt, was sicherlich sehr, sehr schmerzhaft gewesen wäre, sondern habe ich dann mit dem Helm vorne in meinen Roller eingeschlagen, was den augenscheinlichsten Schaden an meinem Roller verursacht hat. Das Geräusch war relativ grausam. Am Moped vorne ist (war) eine dicke Plexiglasabdeckung vor dem Scheinwerfer angebracht. Die, und die darunterliegende Struktur ist bei dem Aufprall kaputtgegangen.
Als es mich zurückgeschlagen hat, wollte ich noch auf den Beinen landen, aber für das richtige "Ausfahren" hat es nicht mehr gereicht. Deswegen bin ich mit beiden Knien relativ blöde auf meinem Roller gelandet. Ich habe sofort im Moment des Auftretens den Schmerz in den Knien gespürt, war mir aber sicher, dass nichts "kaputtgegangen" war, und stand gleich wieder auf. Wärenddessen kamen schon ein paar Leute zu mir gerannt und fragten mich noch wärend dem Aufstehen ob ich O.K. wäre. Ich sagte wortwörtlich: "Ging mir noch nie besser", und musste unter dem Helm grinsen. Dann kam auch der LKW Fahrer, der einen Logenplatz auf das ganze hatte, und er konnte es einfach nicht glauben dass ich heil und in einem Stück war.
Dann kam der nervige Mist mit dem Unfallbericht usw. Die Frau war sehr geschockt und hatte eine sehr zittrige Stimme, aber ich war eigentlich gar nicht geschockt.
Mein erster Gedanke, als ich realisierte, dass ich gleich einen ziehmlich heftigen Unfall hatte, war "SHIT!". Direkt wärend des Aufpralls habe ich dann nur über meinen Körper nachgedacht, dass ich alle Muskeln anspanne und möglichst nichts blödes mache. Hat auch sehr gut geklappt. Als es mich zurückgeschleudert hat, dachte ich nur noch an die Landung, damit ich auf den Füßen zum stehen komme und nicht blöd falle. Leider hatte ich zu wenig Zeit, meine Füße richtig zu platzieren. Als ich aufgestanden bin, dachte ich "Geil, morgen nicht arbeiten!", als ich dann das Moped von der Straße geschoben habe, hab ich realisiert dass ich wohl nicht mehr so schnell mit dem Teil fahren werden kann, weil es so demoliert war. Das führte zu dem Gedanken, dass mir meine Mutter jetzt vielleicht öfters das Auto geben wird, wenn sie realisiert dass es sicherer ist, als Moped fahren.
Als ich das Moped geparkt hatte, kam dann die Frau zu mir und war ganz ungläubig, dass ich nichts hatte. Ich zog ganz ruhig den Helm aus und musterte mich selbst von Kopf bis Fuß. Alles dran, nirgends tropft Blut runter, nicht mal der Anzug hatte Schrammen oder Risse. Nicht einmal meine Hände waren aufgeschürft oder angeschlagen. Nichts, bis auf meine Knie, die mir von der Landung etwas weh taten. Aber ich konnte ohne schmerzen laufen, alles in alle Richtungen biegen die mir bekannt waren ohne dass es abbrach oder weh tat. Ich hatte nirgends angeschlagen, außer mit dem Helm beim unmittelbaren Unfall und dann mit den Knien bei meiner misglückten Landung. Nichteinmal der Kopf oder der Nacken tat mir weh. Und ich war nicht geschockt. Ich habe mich nur ein wenig über den kaputten Roller, und damit die folgende Zeit mit Bus und Bahn, sowie den bürokratischen Rattenschwanz nach dem Unfall geärgert. Als ich mit der Frau den Unfallbericht ausfüllte, überlegte ich mir noch, ob ich auf dem weiteren Heimweg wohl meinen vater dazu bringen könnte, kurz bei einem Spar anzuhalten, damit ich noch Aufschnitt fürs Abendessen kaufen konnte.
Als ich dann abends in meinem Zimmer gesessen bin und gesurft habe, kam meine Mutter herein. Sie hat den demolierten Roller gesehen und kam ganz ruhig herein. Wir haben kurz geredet und als sie dann rausging, sagte sie noch: "Auch wenn du Atheist bist, du kannst heute drei Ave Maria beten, dass du so viel Glück hattest." Und ich sagte zu ihr, dass ich das sicher nicht tun werde, weil ich kein Glück hatte. Ich bin davon überzeugt, dass es mir nichts getan hat, weil ich mich richtig verhalten habe. Ich habe aus der gegebenen Situation für mich das Beste herausgeholt, mit der Ausnahme der Knie, die mir noch ein wenig weh tun. Bei einer Feedbackfahrt im Zuge meines Autoführerscheins meinte méin Fahrlehrer, dass ich nicht gerade langsam fahre, aber alles sehr gut unter Kontrolle habe. Ich finde er könnte nicht mehr recht haben. Ich fahre gern zügig wenn es die Verhältnisse ermöglichen und von außen sehen manche Situationen sicherlich gefährlich aus. Nicht nur im Straßenverkehr. Aber wenn ich jemanden gefährde, dann nur mich. Wenn ich schnell fahre, dann nur an Stellen wo ich weiß, dass ich es kann. Wenn ich im dritten Gang im BMW meiner Mutter einen Drift hinlege, dass dem Beifahrer die Augen groß werden, dann mache ich das nur, wenn ich sicher bin, dass ich es kann. UND ICH KANN ES.
Ich denke, ich kenne meine Limits. Ich weiß was ich kann, was ich nicht kann. Und ich bin mir meinem Risiko, sofern möglich, ímmer bewusst. Ich weiß, dass ich auf dem Roller schnell wegrutschen kann, wenn ich zu schnell in die Kurve gehe. Ich kann auch sehr gut einschätzen, ab welchen Geschwindigkeiten das passierren wird. Und wenn es sich andeutet, kann ich es fühlen und weil was ich machen muss.
Ich weiß, dass es gefährlich ist, mit einem Roller zu fahren. Aber aus dem Grund fahre ich auch im Regelfall nur mit einer guten Jacke, mit Lederhandschuhen, und wähle meine Sitzposition dementsprechend aus. Ich habe (hatte) einen sündhaft teuren Helm aus Kohlefaser. Und genau das ist der Punkt, warum es kein Glück war, dass ich mir nichts getan habe oder gar überlebt habe. Es war kein Glück, dass ich einen hervorragenden Helm anhatte. Es war kein Glück, dass ich gute Handschuhe getragen habe. Es war kein Glück, dass ich richtig auf dem Roller gesessen bin. Es war kein Glück dass ich schnell reagiert habe. Es war kein Glück, dass ich meine Hände bereits an den Bremshebeln hatte. Es war kein Glück das ich richtig reagiert habe. Sondern es war: Ich.
Ich war in Anzug auf dem Weg von der Arbeit, glücklich über den überstandenen Arbeitstag, auf meinem Roller unterwegs. Auf dem Tacho standen 65 km/h, aber realistisch werden es wohl knapp unter 60 gewesen sein, Tachos gehen immer etwas vor. Plötzlich quert eine Frau in ihrem Auto aus einer Ausfahrt hinter einem LKW kommend vor mir die Fahrbahn. Ich hatte weder eine Chance, ihr auszuweichen, noch großartig zu bremsen. Ich hatte bereits davor beide Hände an den Bremshebeln. So konnte ich sehr schnell reagieren und habe sofort beide Bremsen volle Kanne gezogen, sodass beide Räder blockiert haben, dennoch hats nicht viel gebracht. Die Bremsspur war nicht einmal eineinhalb Meter lang, bevor ich frontal in ihr Auto gekracht bin. Ich wurde um den Lenker gebeugt, sodass ich mit meinem Helm die Frontpartie von meine Roller eingeschlagen habe. Durch die Wucht des Aufpralls hat es meine Beine hochgehoben, aber weil ich richtig gesessen bin und richtig reagiert habe, bin ich nicht über das Auto geflogen und nicht mit den Beinen am Roller hängengeblieben. Dann bin ich allerdings genau mit den Knien auf dem Roller gelandet, was einigermaßen weh getan hat.
Mein erster Gedanke, als ich das Auto gesehen habe und wusste, dass ich gleich einschlagen werde, war: "SHIT!" Ich habe sofort alles angespannt und habe mich verrenkt, dass ich die Wucht des Aufpralls besser verkraften kann. Von dem Moment weg, als mein Vorderrad in ihre Stoßstange eintauchte, ging alles ganz langsam, ich konnte sogar meine Bewegungen noch halbwegs koordinieren. Ich wurde auf einer Distanz von nicht einmal einem halben Meter von nicht ganz 60 auf 0 km/h heruntergebremst. Der Aufprall war so heftig, dass es meinen Oberkörper nach vorne geschoben hat. Dadurch, und weil ich mich so stark am Lenker abgestützt habe und nicht losgelassen habe, bin ich nicht mit der Brust auf den Lenker geknallt, was sicherlich sehr, sehr schmerzhaft gewesen wäre, sondern habe ich dann mit dem Helm vorne in meinen Roller eingeschlagen, was den augenscheinlichsten Schaden an meinem Roller verursacht hat. Das Geräusch war relativ grausam. Am Moped vorne ist (war) eine dicke Plexiglasabdeckung vor dem Scheinwerfer angebracht. Die, und die darunterliegende Struktur ist bei dem Aufprall kaputtgegangen.
Als es mich zurückgeschlagen hat, wollte ich noch auf den Beinen landen, aber für das richtige "Ausfahren" hat es nicht mehr gereicht. Deswegen bin ich mit beiden Knien relativ blöde auf meinem Roller gelandet. Ich habe sofort im Moment des Auftretens den Schmerz in den Knien gespürt, war mir aber sicher, dass nichts "kaputtgegangen" war, und stand gleich wieder auf. Wärenddessen kamen schon ein paar Leute zu mir gerannt und fragten mich noch wärend dem Aufstehen ob ich O.K. wäre. Ich sagte wortwörtlich: "Ging mir noch nie besser", und musste unter dem Helm grinsen. Dann kam auch der LKW Fahrer, der einen Logenplatz auf das ganze hatte, und er konnte es einfach nicht glauben dass ich heil und in einem Stück war.
Dann kam der nervige Mist mit dem Unfallbericht usw. Die Frau war sehr geschockt und hatte eine sehr zittrige Stimme, aber ich war eigentlich gar nicht geschockt.
Mein erster Gedanke, als ich realisierte, dass ich gleich einen ziehmlich heftigen Unfall hatte, war "SHIT!". Direkt wärend des Aufpralls habe ich dann nur über meinen Körper nachgedacht, dass ich alle Muskeln anspanne und möglichst nichts blödes mache. Hat auch sehr gut geklappt. Als es mich zurückgeschleudert hat, dachte ich nur noch an die Landung, damit ich auf den Füßen zum stehen komme und nicht blöd falle. Leider hatte ich zu wenig Zeit, meine Füße richtig zu platzieren. Als ich aufgestanden bin, dachte ich "Geil, morgen nicht arbeiten!", als ich dann das Moped von der Straße geschoben habe, hab ich realisiert dass ich wohl nicht mehr so schnell mit dem Teil fahren werden kann, weil es so demoliert war. Das führte zu dem Gedanken, dass mir meine Mutter jetzt vielleicht öfters das Auto geben wird, wenn sie realisiert dass es sicherer ist, als Moped fahren.
Als ich das Moped geparkt hatte, kam dann die Frau zu mir und war ganz ungläubig, dass ich nichts hatte. Ich zog ganz ruhig den Helm aus und musterte mich selbst von Kopf bis Fuß. Alles dran, nirgends tropft Blut runter, nicht mal der Anzug hatte Schrammen oder Risse. Nicht einmal meine Hände waren aufgeschürft oder angeschlagen. Nichts, bis auf meine Knie, die mir von der Landung etwas weh taten. Aber ich konnte ohne schmerzen laufen, alles in alle Richtungen biegen die mir bekannt waren ohne dass es abbrach oder weh tat. Ich hatte nirgends angeschlagen, außer mit dem Helm beim unmittelbaren Unfall und dann mit den Knien bei meiner misglückten Landung. Nichteinmal der Kopf oder der Nacken tat mir weh. Und ich war nicht geschockt. Ich habe mich nur ein wenig über den kaputten Roller, und damit die folgende Zeit mit Bus und Bahn, sowie den bürokratischen Rattenschwanz nach dem Unfall geärgert. Als ich mit der Frau den Unfallbericht ausfüllte, überlegte ich mir noch, ob ich auf dem weiteren Heimweg wohl meinen vater dazu bringen könnte, kurz bei einem Spar anzuhalten, damit ich noch Aufschnitt fürs Abendessen kaufen konnte.
Als ich dann abends in meinem Zimmer gesessen bin und gesurft habe, kam meine Mutter herein. Sie hat den demolierten Roller gesehen und kam ganz ruhig herein. Wir haben kurz geredet und als sie dann rausging, sagte sie noch: "Auch wenn du Atheist bist, du kannst heute drei Ave Maria beten, dass du so viel Glück hattest." Und ich sagte zu ihr, dass ich das sicher nicht tun werde, weil ich kein Glück hatte. Ich bin davon überzeugt, dass es mir nichts getan hat, weil ich mich richtig verhalten habe. Ich habe aus der gegebenen Situation für mich das Beste herausgeholt, mit der Ausnahme der Knie, die mir noch ein wenig weh tun. Bei einer Feedbackfahrt im Zuge meines Autoführerscheins meinte méin Fahrlehrer, dass ich nicht gerade langsam fahre, aber alles sehr gut unter Kontrolle habe. Ich finde er könnte nicht mehr recht haben. Ich fahre gern zügig wenn es die Verhältnisse ermöglichen und von außen sehen manche Situationen sicherlich gefährlich aus. Nicht nur im Straßenverkehr. Aber wenn ich jemanden gefährde, dann nur mich. Wenn ich schnell fahre, dann nur an Stellen wo ich weiß, dass ich es kann. Wenn ich im dritten Gang im BMW meiner Mutter einen Drift hinlege, dass dem Beifahrer die Augen groß werden, dann mache ich das nur, wenn ich sicher bin, dass ich es kann. UND ICH KANN ES.
Ich denke, ich kenne meine Limits. Ich weiß was ich kann, was ich nicht kann. Und ich bin mir meinem Risiko, sofern möglich, ímmer bewusst. Ich weiß, dass ich auf dem Roller schnell wegrutschen kann, wenn ich zu schnell in die Kurve gehe. Ich kann auch sehr gut einschätzen, ab welchen Geschwindigkeiten das passierren wird. Und wenn es sich andeutet, kann ich es fühlen und weil was ich machen muss.
Ich weiß, dass es gefährlich ist, mit einem Roller zu fahren. Aber aus dem Grund fahre ich auch im Regelfall nur mit einer guten Jacke, mit Lederhandschuhen, und wähle meine Sitzposition dementsprechend aus. Ich habe (hatte) einen sündhaft teuren Helm aus Kohlefaser. Und genau das ist der Punkt, warum es kein Glück war, dass ich mir nichts getan habe oder gar überlebt habe. Es war kein Glück, dass ich einen hervorragenden Helm anhatte. Es war kein Glück, dass ich gute Handschuhe getragen habe. Es war kein Glück, dass ich richtig auf dem Roller gesessen bin. Es war kein Glück dass ich schnell reagiert habe. Es war kein Glück, dass ich meine Hände bereits an den Bremshebeln hatte. Es war kein Glück das ich richtig reagiert habe. Sondern es war: Ich.
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